„Für die Jungs war es eine tolle Premiere. Sie haben eine gute Übung gezeigt, auch wenn es für den Kampf um die Medaillen noch etwas mehr braucht“, erklärte die Bundestrainerin zum vierten Platz von Lars Garmann und Ryan Eschke, die erstmals gemeinsam im internationalen Einsatz waren und sich im internen Qualifikations-Vergleich knapp gegen Fabian Vogel (MTV Bad Kreuznach) und Matthias Schuldt (TG Dietzenbach) durchsetzten und somit ins Finale turnten. „Die beiden haben leider nicht das gezeigt, was wir von ihnen gewohnt sind“, sagte Katarina Prokesova zur Synchron-Leistung der natürlich auch selbst enttäuschten Vize-Europameister.
Was insgesamt auch für das Abschneiden in den Einzel-Wettbewerben galt, in denen allein Matthias Schuldt einen Akzent setzen konnte. „Matze hat seine neue Übung mit 19,6 Schwierigkeit durchgeturnt. Das ist die richtige Richtung, in die wir arbeiten müssen Richtung Olympia“, erklärte die Bundestrainerin, die jedoch auch viele vorzeitig beendete Übungen verdauen und verarbeiten musste. Allein Routinier Fabian Vogel lieferte in der Qualifikation zweimal die geforderten zehn Elemente, fand im Halbfinale aber nicht seinen Rhythmus und belegte am Ende Rang 16. Wobei der Bad Kreuznacher ebenso weit unter seinem Qualifikationswert blieb, wie Matthias Schuldt, der nach zuvor 59,96 Punkten im Halbfinale nur auf neun Sprünge kam und Platz 19 (53,97 Punkte) belegte. Bei den Turnerinnen freute sich Maya Möller nach ihrem internationalen Wiedereinstieg über die persönliche Bestmarke von 52,70 Punkten, die Rang 30 bedeuteten. Aurelia Eislöffel gelang im Einzel dagegen ebenso wenig eine komplette Kür wie Lars Garmann und Ryan Eschke bei den Männern. „Wir müssen unbedingt an der Stabilität arbeiten“, erklärte Katarina Prokesova auch schon mit Blick auf „Die Finals“ Ende Juli in Hannover als nächsten nationalen Härtetest.
Die Einzel-Wettbewerbe wurden dominiert von Athleten, die für China bzw. unter neutraler Flagge starteten und alle Podiumsplätze unter sich ausmachten. Katsiaryna Yarshova (58,57 Punkte) siegte dabei ebenso überlegen wie der Chinese Zisai Wang (67,01) in einem hochklassigen Wettkampf, in dem der am Ende fünftplatzierte Gabriel Albuquerque vor heimischem Publikum zwei Übungen mit neuem Schwierigkeits-Weltrekord (22,8) zeigte.
