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Hessen dominiert die Deutschen Meisterschaften im Ringtennis

| Erstellt von Bo Nitzel | Ringtennis

Vom 11. bis 13. September fanden in Neuwied die 77. Deutschen Meisterschaften im Ringtennis statt. Für den Hessischen Turnverband gingen Spieler*innen der TG Groß-Karben, der SKG Roßdorf und des TV Diedenbergen an den Start – und das mit herausragendem Erfolg. Von insgesamt 34 vergebenen Deutschen Meistertiteln gingen 23 an die beiden hessischen Vereine TG Groß-Karben und SKG Roßdorf. Damit unterstrich Hessen einmal mehr seine führende Rolle im deutschen Ringtennis.

Besonders im Fokus standen die Wettbewerbe der Meisterklasse. Schließlich ging es in Neuwied nicht nur um die Deutschen Meistertitel: Die Ergebnisse der Meisterschaften bildeten zugleich eine wichtige Grundlage für die Nominierung der deutschen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaften 2027 in Indien. Entsprechend hochklassig und umkämpft präsentierten sich die Wettbewerbe.

Bei den Frauen war einmal mehr die amtierende Einzel-Weltmeisterin Henrike Jansen von der TG Groß-Karben die erfolgreichste hessische Spielerin. Im Einzel sicherte sie sich ihren dritten Deutschen Meistertitel und verwies Valerie Häßlich von der SG Suderwich und Naemi Singrün vom TV Kieselbronn auf die Plätze. Gemeinsam mit Sarah Engelken war Jansen zudem in beiden Doppelwettbewerben nicht zu schlagen: Sowohl im alternierenden als auch im klassischen Doppel ging der Deutsche Meistertitel nach Groß-Karben. Im Mixed erreichte sie gemeinsam mit Hendrik Freitag den dritten Platz. Damit stand Jansen in allen vier Wettbewerben auf dem Podest und sammelte allein drei Goldmedaillen.

Auch bei den Männern mischten die hessischen Spieler ganz vorne mit. Hendrik Freitag von der TG Groß-Karben spielte sich im Einzel bis ins Finale und wurde nach einer Niederlage gegen Maurice Binder vom TV Kieselbronn Deutscher Vizemeister. Thomas Tregel von der SKG Roßdorf belegte einen starken vierten Platz, Sven Reichenberg wurde Fünfter. Im alternierenden Doppel erreichten Ben Hladjk und Hendrik Freitag zudem den dritten Platz. Für einen hessischen Höhepunkt zum Abschluss der Meisterschaften sorgten Thomas Tregel und Felix Schulteß. Das Roßdorfer Duo gewann das klassische Doppel der Männer und holte damit nach 2024 zum zweiten Mal den Meistertitel nach Roßdorf. 

Hessischer Nachwuchs setzt Ausrufezeichen

Mindestens ebenso erfreulich wie die Erfolge in der Meisterklasse ist aus Sicht des Hessischen Turnverbands die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Bereits bei den Hessischen und Süddeutschen Meisterschaften hatte sich im starken Teilnehmerfeld gezeigt, wie erfolgreich insbesondere bei der TG Groß-Karben, aber auch bei der SKG Roßdorf und beim TV Diedenbergen Nachwuchsarbeit betrieben wird. Bei den Deutschen Meisterschaften fand diese Entwicklung nun ihre Fortsetzung.

Im Einzel gingen alle vier Deutschen Meistertitel der Schüler*innen und Jugendlichen nach Hessen. Klara Renner von der SKG Roßdorf gewann bei den Schülerinnen, Aidan Stegerwald von der TG Groß-Karben bei den Schülern. In der Jugend siegten Daniela Matz und Tammo Lins, beide ebenfalls aus Karben. Für den erst 17-jährigen Lins war es bereits der dritte Deutsche Jugendmeistertitel im Einzel in Folge. Daniela Matz hatte dagegen noch im vergangenen Jahr das Schülerinnen-Einzel gewonnen und schaffte nun auf Anhieb den Sprung an die Spitze der Jugendklasse.

Auch in den Doppel- und Mixed-Wettbewerben war der hessische Nachwuchs kaum zu schlagen. Bei den Mädchen gewannen Solvey Tschoeppe und Klara Renner von der SKG Roßdorf das alternierende Doppel der Jugend 11–14, während Clara Borger und Daniela Matz von der TG Groß-Karben in der Jugend 15–18 sowohl im alternierenden als auch im klassischen Doppel Deutsche Meisterinnen wurden. Bei den Jungen gingen die Titel im alternierenden Doppel beider Jugendklassen sowie im klassischen Doppel der 11- bis 14-Jährigen nach Groß-Karben. Auch beide Mixed-Titel im Nachwuchsbereich sicherte sich die TGGK.

56 Medaillen für Hessen

Auch über die Meisterklasse und den Nachwuchs hinaus waren die hessischen Vereine erfolgreich. Die SKG Roßdorf gewann unter anderem durch Silke Boder-Keck, Katrin Höfelmayr, Tobias Höfelmayr, Bo Nintzel, Markus Kühn und Erhard Renninger weitere Titel in den Altersklassen. Der TV Diedenbergen steuerte durch Kerstin Neuthe im Einzel der Frauen 40 sowie gemeinsam mit Steffen Hahn im Mixed 40 zwei Bronzemedaillen zur hessischen Bilanz bei.

Insgesamt sammelten die drei hessischen Vereine 56 Medaillen: 23 Gold-, 15 Silber- und 18 Bronzemedaillen. Die TG Groß-Karben führte den Medaillenspiegel mit 14 Gold-, 13 Silber- und zwölf Bronzemedaillen deutlich an. Die SKG Roßdorf belegte mit neun Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen den zweiten Platz. Damit gingen allein 23 der 34 Deutschen Meistertitel nach Hessen.

Die Ergebnisse der Deutschen Meisterschaften bestätigen damit eindrucksvoll die starke Stellung des hessischen Ringtennis. Besonders erfreulich ist dabei die Kombination aus Erfolgen in der Meisterklasse und einer breiten Basis an jungen Spieler*innen, die bereits auf nationaler Ebene ganz vorne mitspielen. Mit Blick auf die kommenden Jahre – und nicht zuletzt auf die Weltmeisterschaften 2027 in Indien – bietet diese Entwicklung beste Voraussetzungen.

Alle Ergebnisse der Deutschen Meisterschaften 2026

Klara Renner von der SKG Roßdorf ist Deutsche Meisterin im Einzel der Jugend 11-14 Jahre.

Foto: Markus Jansen