2019

#BEHPPY: Turnerische Bio-Diversität

Joachim Schuchardt - 19. Juni 2019 - #BEHPPY19, Innenleben

Über die Vielseitigkeit des Turnens, der Turnerinnen und Turner sowie eines Turnfestes wurde an dieser Stelle schon öfter und heftigst schwadroniert. Aber was man im Laufe der Aufbauarbeiten eines Landeturnfestes so alles an turnerischer Bio-Diversität erleben darf, das übertrifft wahrlich sämtliche Erwartungen. Da wäre zum Beispiel der Bühnenbau. Großes Rasenfläche, sagenhafte Klettergerüste. Klingt nach Turnvater Jahn und Hasenheide. Nur dass, die, die da hochklettern halt keine Turner sind, sondern Rigger heißen (Wikipedia: Höhenarbeiter, die mit dem Auf- und Abbau der Traversen bei Veranstaltungen beschäftigt sind). Wenn man den Jahn-Jüngern glauben will, sind’s aber eigentlich Turner.

Turner müssen stark sein. Doch irgendwann genügt die Muskelmasse nicht mehr. Besonders wenn es darum geht, schwerste Lasten (genau: Bühnen) an besondere Orte zu bewegen. Die Freilichtbühne in Heppenheim ist so ein Ort. Eine Idylle mitten im Wald, trotzdem ganz nah am Innenstädtchen gelegen. Traumhaft – leider müssen zur Anlieferung Steigungen überwunden werden, um die selbst die Tour de France bei einer Bergetappe einen Bogen machen würde. So etwas überfordert auch die gestandesten Brummis samt deren Kutscher. Hilft nur schieben oder schweres Gerät. In diesem Fall haben sich unserer Turner für die kraftschonende Alternative entschieden. Wahrscheinlich hätten aber auch die turnerischen Muskelberge nicht genügt, angesichts von 15 Tonnen und 19 Prozent Steigung.

Besondere Einsätze, besondere Teams. Und weil wir Turner ja im Hier und Jetzt angekommen sind, wurde für das Landesturnfest eine SWAT gebildet. Soll  bedeuten: special weapons and tactics. Ganz so martialisch wie bei den amerikanischen Originalen ist das in Bensheim und Heppenheim allerdings nicht. Denn erstens mal besteht die SWAT in erster Linie aus dem Vorstand der Hessischen Turnjugend. Und natürlich sind sie nur mit Muskelkraft und viel Energie bewaffnet. Aber taktisch sind sie bestens ausgebildet. Deshalb tragen sie auch erst einmal den Fußball davon.