2019

Wenn Turnen unernst wird, wird Lachen zur Pflicht!

Joachim Schuchardt - 01. April 2019 - Innenleben

Holla, das Datum lädt zum Scherzen ein. Und die Turnerei bietet nun wirklich ausreichend Oberfläche (und Tiefe :-)), um sich auf humoristische Weise mit ihr auseinanderzusetzen. Aber irgendwie ist es ein wenig so, dass wir das weitgehend aus den Augen verloren haben. Das war nicht immer so. Vor gut hundert Jahren haben sich unsere altvorderen Turner gerne über sich selbst lustig gemacht. Das wirkt aus heutiger Sicht zwar ein wenig verstaubt und eventuell außerhalb der vielbeschworenen Political Correctness, kommt aber durchaus reizvoll daher. Vor gut einem halben Jahr hat der Kollege Pappert in einer Ausgabe von Turnen in Hessen einige bemerkenswerte Reliquien jener Zeit zusammengetragen und abgebildet. Nicht nur zu meinem Amüsement.

Trotzdem. Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, wir Turner verlernen das Lachen immer mehr. Und ich glaube den Grund zu kennen. Wir sind viel zu korrekt. Nicht nur politisch. Wahrscheinlich liegt es in der Natur der Dinge, dass das so sein muss. Denn Turnen ist erst einmal neutral. Es ist weder lustig, noch ernst; es ist erst mal weder gut noch schlecht. Es ist einfach: Turnen. Erst mit einer spezifischen Zuweisung innerhalb unserer Wahrnehmung machen wir das Turnen zu dem, was es ist: was ernstes.

Gut, dafür, das in unserem Hirn ein Ernst-Hormon ausgestoßen wird, wenns um dieses durchaus heitere Thema geht, gibt es noch weitere Gründe. Ernste Rahmenbedingungen (zeigen Sie mir doch mal eine witzige Stelle im Code de Pointage), ernste Trainer (darf ich sie mal zu einem Landesturntag einladen?), ernste Funktionäre (diese Klammer muss leider leer bleiben!), ernste Correctness (eigentlich hätte ich ja Trainer*innen und Funktionär*innen schreiben müssen). Deshalb signalisiert uns irgendeine zerebrale Region: Achtung – jetzt geht’s um Turnen, also weg mit dem Spaß.

Deshalb mein Appell zum 1. April, dem offiziellen Scherzkeks-Tag. Macht mehr Witze über’s Turnen. Ohne gleich zotig zu werden, also mit Wortwitz, Esprit und natürlich Tiefgang (gilt besonders für den Autor dieser Zeilen!). Schaltet euer Hirn um (nicht aus …) und macht das Turnen zu dem, was es einst war: eine fröhliche, oft auch lustige Angelegenheit. Übrigens gibt es dieses Jahr wieder eine durchaus heitere Gelegenheit, Turnen unernst zu erleben. In Heppenheim und Bensheim. Beim Landesturnfest. In diesem Sinne. BEHPPY!

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